Online und 4x in Frankfurt mit sympathischen Läden

Tagsuche

A-Z komplett

Blog

Autor: Praktikant | 12.08.2019 um 16:23 Uhr | 0 Kommentare

Grüne Soße International

Natürlich gibt es nur eine „Frankfurter Grüne Soße″. Für die regionale Herkunftsbezeichnung kämpften die Oberräder Gärtner über Jahre. „Frankfurter Grüne Soße″ darf sich nur nennen, was auch in der Region – 50 km rund um Frankfurt – angebaut wurde. Beim Namen geht es also in erster Linie um die Anbauflächen, nicht um die Rezeptur. Selbstverständlich gehören in die „Frankfurter Grüne Soße″ sieben Kräuter: Petersilie, Sauerampfer, Borretsch, Schnittlauch, Kerbel, Pimpinelle und Kresse - und nur diese sieben. In welchen Anteilen diese verwendet werden und welche weiteren Zutaten hinzukommen, dabei gehen die Meinungen schon weit auseinander. Jede dieser zahllosen Varianten hat ihre Berechtigung und eigenen Geschmack. Das zeigt sich nicht zuletzt beim Grüne Soße-Festival, bei dem Jahr um Jahr über vierzig Gastronomen und Hobbyköche um die Krone ringen. Doch die „Grie Soß″ ist kein Frankfurter Unikat. In Hessen gibt es Varianten (mit Dill in Kassel mit Zitronenmelisse und Frühlingszwiebeln in Gießen), die beträchtlich vom „Original″ abweichen. Festzustellen ist allerdings, dass die anderen Bundesländer keine „Grüne Soße″ kennen. Es ist somit hierzulande eine echte „hessische Spezialität″. Bunter wird es, obwohl alles im grünen Bereich bleibt, wenn wir über die Grenzen hinausgehen. Womöglich waren es die Römer, die vor mehr als zweitausend Jahren die Grundidee zu uns brachten. Andere Quellen berichten, dass bereits die Kelten ihre Sauermilchspeisen mit Kräutern verfeinerten. Auf alle Fälle gibt es in der italienischen Küche eine Vielzahl von Rezepten zur „Salsa verde″, am Bekanntesten die norditalienische Variante mit Basilikum, Majoran und Knoblauch. Hierbei werden auch, je nach Rezept, Eier verwendet, allerdings Öl statt Milchprodukte. Damit sind wir beim Hauptargument der Gegner der „römischen Theorie″. Auf Grund der Haltbarkeit sei in den südeuropäischen Ländern immer mit Öl gearbeitet worden, nicht mit Milchprodukten. Zudem waren die Römer über ganz Deutschland verbreitet, nicht nur in Hessen. Die Grüne Soße muss also viel später zu uns gekommen sein. Hier kommen nun die Hugenotten ins Spiel und die französische „Sauce verte″. Sie ist in den Zutaten der Hessischen sehr nahe, verwendet allerdings Estragon und wird wie eine Mayonnaise zubereitet.
Auch Spanien kennt eine „Salsa verde″ mit Varianten im Baskenland und auf den Kanaren. Von dort ist sie womöglich nach Mexiko gelangt, wo es heute eine Vielzahl von grünen Saucen in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gibt. Hierbei geht es in erster Linie um die Farbe, nicht um eine bestimmte Zusammensetzung. „Grün″ ist die wichtigste Farbe in der mexikanischen Küche und sie veredelt die Speisen. Vielleicht war es am Ende doch so, dass die hiesige Grüne Soße von einer Oberräder Landfrau erfunden wurde, die die Kräuter in ihrem heimischen Garten erntete und mit Sauerrahm verrührte. Nichts spricht wirklich dagegen und so lange das so ist, kommt die wahre „Grie Soß″aus Frankfurt.Tags: Grüne Soße, Hessen, Hessen Shop, Hessisches Essen, Soße, Kräuter,
1

Geschenkefinder

Zu jedem Anlass eine besondere Idee - viel Freude beim Stöbern und Finden in unserem Geschenkefinder.

Hammersbald

Schon gelesen?

Unser Kundenmagazin zum Blättern

Blättern